Verwirklichungschancen im Alltag – Dem Ansatz von Martha C. Nussbaum nachspüren

Verwirklichungschancen im Alltag – Dem Ansatz von Martha C. Nussbaum nachspüren

Sarah Lurz
Vortrag
Samstag
9 Uhr

Verwirklichungschancen im Alltag – Dem Ansatz von Martha C. Nussbaum nachspüren

Was macht ein „gutes Leben“ überhaupt aus? Die Philosophin Martha C. Nussbaum griff diese Frage auf und skizzierte Anfang der 1990er Jahre den „Capabilities Approach“ dt. Verwirklichungschancenansatz). Es handelt sich um eine zehnpunktige Liste, die menschliche Grundvorraussetzungen aufgreift, die für ein „gutes Leben“ essentiell sein soll(t)en. Würde auch nur ein Aspekt der Liste für einen Menschen nicht erfüllt sein, so könnte dieser, laut Nussbaum, von seinem Leben nicht als ein „gutes“ sprechen. Die Philosophin unterscheidet in ihrem Ansatz zwischen politischen, sozialen und ökonomischen Verwirklichungschancen (engl. capabilities) und Fähigkeiten (engl. functionings) etwas zu tun der zu handeln. Die Theorie der Liste spricht sich gegen die Annahme aus, dass ein hohes Einkommen eines Menschen bedeuten muss, dass er oder sie ein „gutes Leben“ führen würde, sondern es sich nur um ein Mittel für viele Zwecke handeln würde. So lautet der Grundgedanke für ein „gutes Leben“, dass auch andere Faktoren miteinbezogen werden sollten wie Schulbildung, Gewaltkontakt, Geschlechtergerechtigkeit oder gar persönliche Verwirklichungschancen um ein Ziel umzusetzen.

Sarah Lurz

Sarah Lurz, Soziologin M.A. studierte an der Universität Freiburg Soziologie, Gender Studies und Spanisch. In ihrer Magisterarbeit arbeitete sie mit der Theorie von Martha C. Nussbaum um der Frage nachzugehen, was für eine Art von Leben die kolumbianische Mittel- und Oberschicht führt. Aktuell forscht sie zu ihrer Doktorarbeit mit dem Arbeitstitel: "Mechanismen symbolischer Gewalt - Kolumbianische Migrant_innen in Ecuador“ an der Humboldt Universität zu Berlin bei Prof. Dr. Boike Rehbein.