Buen Vivir vs. das Gute Leben? Philosophische Betrachtungen zweier Konzepte

Buen Vivir vs. das Gute Leben? Philosophische Betrachtungen zweier Konzepte

Stefan Knauß
Vortrag
Freitag
9 Uhr

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Buen Vivir vs. das Gute Leben? Philosophische Betrachtungen zweier Konzepte

In meinem Beitrag möchte ich als Philosoph, der sich seit Jahren intensiv mit lateinamerikanischem Denken beschäftigt, die konzeptionellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem klassisch-aristotelischen Begriff des Guten Lebens und dem andinen Konzept des Buen Vivir herausarbeiten.
Der philosophische „Dauerbrenner“ Aristoteles geht davon aus, dass Menschen ein glückliches Leben nur im verantwortungsvollen Umgang mit sich und ihrer sozialen Umwelt führen können. Bereits die genannten Punkte machen deutlich, warum das aristotelische Denken auch in der Gegenwart eine Renaissance erlebt und als inhaltliches Gegenkonzept zu formalen und technokratischen Ethik- und Politikentwürfen liberaler Prägung herangezogen wird. Als prominenteste Vertreter sind hier Martha Nussbaum und Amartya Sen zu nennen.
Der Vergleich soll in einem ersten Schritt dazu dienen, beide Konzepte begrifflich genauer zu erfassen, um dann zu klären, welche Vor- und möglicherweise auch Nachteile sich für die konkrete Konzeption einer ethischen Perspektive ergeben, die innerhalb der Bildungslandschaften unserer Gegenwartsgesellschaften vertreten werden kann.

Stefan Knauß

Stefan Knauß studierte Politikwissenschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaft und Philosophie in Halle, Catania und Parma. Seit 2010 unterrichtet er an der Martin-Luther-Universität zunächst Politikwissenschaft, dann Philosophie. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Menschenrechte, Globale Gerechtigkeit, Lateinamerikanisches Denken und Deutscher Idealismus. Momentan promoviert er über die lateinamerikanische Perspektive auf das Argument der humanitären Intervention und ist Stipendiat an der Graduiertenschule „Gesellschaft und Kultur in Bewegung“ in Halle.